Veröffentlicht am Di., 19. Mai. 2020 15:15 Uhr

Ein Münchener im Himmel oder. Warten auf den Heiligen Geist

"Alois Hingerl – Dienstmann Nr. 172 am Münchner Hauptbahnhof – erledigte einen Auftrag mit solcher Hast, dass er vom Schlag getroffen zu Boden sank und starb. Zwei Engerl schleppten ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er vom Hl. Petrus empfangen wurde."

So beginnt die Geschichte "Ein Münchner im Himmel" von Ludwig Thoma. Er wird dann von Petrus mit der himmlischen Hausordnung bekannt gemacht: Hosianna singen, frohlocken und Manna trinken. Bier gibt es nicht. Aber Aloisius, wie er nun als Engel heißt, kann sich dort überhaupt nicht einfügen. Und damit die liebe Seele ihre und auch der Himmel seine Ruhe hat, bekommt er einen Sonderauftrag: er soll der Bayerischen Regierung die göttlichen Ratschläge überbringen. Gesagt getan. Aloisius landet in München und dann endet die Geschichte so:

"Und einer alten Gewohnheit gemäß führte ihn der Weg hin zum Hofbräuhaus, und er fand seinen Stammplatz wieder, fand den Stammplatz leer, die Kellnerin, die Kathi kam auf ihn zu ... und er bestellt sich eine Maß, und bestellt sich noch a Maß, und er vergaß seinen Brief und seinen Auftrag, und b'stellt sich no am Maß und no am Maß und no oane ... und da sitzt er heit no. – Und so wartet die Bayerische Regierung bis heute vergeblich auf die göttlichen Eingebungen."

Es geht um den Schluss der Geschichte: dass nicht nur zu Zeiten Ludwig Thomas vor über 100 Jahren, sondern auch heute ein ordentliches Regieren nicht ohne "göttliche Eingebungen" möglich ist.

Da ist  "Ein Münchner im Himmel" eine Geschichte, die vom Warten auf Pfingsten erzählt, denn das ist die Wahrheit der Geschichte: Kein Regieren, kein Arbeiten, kein Erziehen, kein Reden, kein Predigen kommt ohne göttliche Eingebung, oder mit kirchlichen Worten: ohne den Beistand des Heiligen Geistes aus. Wehe, wenn der Menschengeist sich ganz alleine auf sich selbst verlässt.

"Und so wartet die Bayerische Regierung bis heute vergeblich auf die göttlichen Eingebungen." hat viel mit diesen Tagen zu tun. Die Tage auf Pfingsten hin sind bestimmt vom "Warten auf den Heiligen Geist". Doch im Gegensatz zur Geschichte von Ludwig Thoma werden Menschen, die auf Gottes Geist als Wegweisung warten und ihn erbitten, nicht vergeblich warten müssen.

Bleibt behütet!

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