Veröffentlicht am Sa., 16. Mai. 2020 21:43 Uhr

„Abgesagt“, „Entfällt“,“ Muss leider ausfallen!“ so stand es seit dem 16. März 2020 in vielen Schaukästen und auf Webseiten von Kirchengemeinden.

So vieles sollte in der Zeit von Ostern bis Pfingsten stattfinden. Taufe, Konfirmation, Konzerte, Ausstellungen, Reisen, Weiterbildungen. Doch auf einmal wurde alles gestoppt, war Schluss mit den Vorbereitungen der Vorfreude, den Planungen für unsere Vorhaben. Sogar Beerdigungen wurden „auf eine Zeit danach“ verschoben. Nicht nur in unseren Gemeinden, überall gab es diesen Stopp. Menschen bekommen gravierende Folgen für Leib und Seele zu spüren. Arbeitsplätze geraten in Gefahr, Existenzängste erhalten Nachschub, soziale Nöte und Abhängigkeiten vergrößern sich. Und vieles, was jetzt geschieht, wird man erst später in seiner Gänze bewusst wahrnehmen.  

Vieles wurde abgesagt. Aber nicht alles! Nicht unser Glaube, nicht unsere Beziehung zu Gott. Zwar konnten wir uns in den letzten Wochen nicht persönlich zu Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen treffen. Aber vielleicht haben wir positiv etwas neu entdeckt, das auch Jesus am Herzen liegt: Das Gebet: „Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir´s vergelten. […] Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.“ (Matthäus 6, 6-8)

Das Gebet ist eine Grundform der Sprache. Wir Menschen können in dieser Sprache aussprechen, was wir erleben und erfahren. Wir nehmen die spannungsreiche Wirklichkeit des Lebens nicht schweigend hin, sondern nehmen ernst, was uns geschieht, was wir selbst sind und tun. Und wir wenden uns damit an Gott, sprechen ihn an, treten mit ihm ein ins Gespräch und lassen uns in seine Gegenwart mit hineinnehmen.

Gebet geschieht im Verborgenen des Herzens. Dort, wo nur Gott hineinsieht und wo wir auch nur Gott hineinsehen lassen.

Im Gebet sind wir mit Gott verbunden und bekommen von ihm Kraft. Er weiß, was wir brauchen, auch wenn uns manchmal die Worte fehlen. Deswegen tut uns beten gut.  

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Pfrn. Christine Radziwill

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